Simson-FAQ
Auspuff / Abgasanlage
INHALTSVERZEICHNIS
1. Die Funktion der Abgasanlage
Als Auspuff wird generell bei Kraftfahrzeugen mit Verbrennungsmotor die gesamte Abgasanlage bezeichnet. Diese soll die bei der Verbrennung von Kraftstoff entstehenden Abgase zielgerichtet über das Endstück in die Umgebung abgeleiten und durch einen exakt vorgegeben Abgasweg den beim Motorenbetrieb entstehenden Lärm (= Schallemissionen) reduzieren. Der Lärm entsteht durch sogenannte Durckstöße, die bei der explosionsartigen Verbrennung des Kraftstoffs durch die Auf- und Abwärtsbewegungen des Kolbens im Zylinder entstehen.
Die Abgasanlage der Schwalbe umfasst bei der Simson Schwalbe u.a. den Krümmer, welcher den Zylinderauslass mit Hilfe der Krümmermutter und einem Sicherungsblech fixiert. Zusätzlich kommen sogenannte Kupferdichtscheiben zum Einsatz, die ein Entweichen von Abgasen an der Übergangsstelle verhindern sollen.
An den Krümmer schließt der Auspufftopf (auch "Zigarre") an. Beide Komponenten werden mit einer Auspuffschelle verbunden und gleichzeitig abgedichtet.
Die Zigarre enthält im hinteren Teil den sogenannten Dämpfereinsatz, der Schallwellen durch gezielte Abgas- und Strömungsöffnungen reduzieren soll.
Das Endstück der Abgasanlage kann bei originalen Anlagen oder höherwertigen Nachbauten überlicherweise zu Reinigungszwecken demontiert werden.
Mitunter wurde zu DDR-Zeiten dieser Dämpfereinsatz bewusst entfernt, um hier stattdessen eine Coladose einzupassen. So sollte schlussendlich ein verbesserter Auspuff- und Motorenklang erzielt werden, was natürlich im Auge des Betrachters liegt und nicht den Bestimmungen der Betriebserlaubnis der Schwalbe entsprochen hat.
Bei Zweitakt-Fahrzeugen wie der Simson Schwalbe beeinflusst dieser auch maßgeblich die Leistungsentwicklung des Motors. Daher sollte im Rahmen von Wartungsarbeiten auch regelmäßig geprüft werden, ob sich die Abgaswege in der Abgasanlage durch Verkokungen verstopft oder zugesetzt haben. Dies kann insbesondere durch minderwertige Zweitaktöle, falsche Mischungsverhältnisse oder auch durch viel Kurzstreckenbetrieb ohne ausreichend hohe Abgastemperaturen verstärkt werden.
In der Regel ist die Abgasanlage jedoch wartungsarm und brennt sich bei längeren Vollgasfahrten und höheren Fahrgeschwindigkeiten automatisch frei.
Besonders wichtig bei der Montage des Auspuff ist die korrekte Verbindung mit dem Krümmer. Dieser sollte höchstens 2 cm auf dem Krümmer geschoben werden, da ansonsten das Strömverhalten der heißen Abgase negativ beeinflusst werden kann. Die Folge wären dann spürbare Leistungseinbußen bei der Höchstgeschwindigkeit um einige Km/h.
2. Wartungsarbeiten an der Abgasanlage
Wie schon weiter oben erwähnt, ist die Auspuffanlage in der Regel wartungsfrei. Mitunter kann es aufgrund von Verschleiß zu Undichtigkeiten kommen, so dass gelöste Abgasablagerungen an den Verbindungen des Auspuffs austreten. Hier sollte dann vor dem Hintergrund des Umweltschutzes vor austretenden Betriebsstoffen eine Reinigung erfolgen und der Auspuff demontiert und zerlegt werden.
Mitunter wird in Foren das Ausbrennen des Auspuffs im demontierten Zustand durch Einleiten von brennbaren Flüssigkeiten (z.B. Benzin) empfohlen.
Ausdrücklich weise ich darauf hin, dass diese Art der Reinigung eine sehr hohe Brandgefahr aufweist, weshalb ich dringend davon abrate.
Umweltschonender und deutlich risikoärmer ist dagegen das Auskratzen und Reinigen mit Hilfe von speziellen Runddrahtbürsten, die im Fachhandel erhältlich sind. Austretende Flüssigkeiten sollten im Anschluss als Sonderabfälle dem Wertstoffhof zugeführt werden.
Gelegentlich sollte der Auspuff von außen mit Glanzpflege konserviert werden. Hier eignen sich Reiniger wie z.B. das "Elsterglanz Chrom".
3. Fehlzündungen
Laute Knallgeräusche beim Startvorgang und während des Fahrbetriebs deuten regelmäßig auf das Vorhandensein von Fehlzündungen hin. Sie entstehen, wenn Kraftstoff außerhalb des Zylinder unkontrolliert verbrannt wird. Häufig sind eine völlig verstellte Zündanlage (Zündzeitpunkt / ZZP), defekte Zündkerzen oder eine fehlerhafte Gemischeinstellung am Vergaser die Ursache.
Beim Vorliegen von Fehlzündungen sollte möglichst umgehend mit der Fehlersuche begonnen werden.
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